KOBOLD Magazin

"Putzen hat eine meditative Wirkung auf mich"

Familie
In seinem neuen Film erlebt Theater- und Filmstar Samuel Finzi die Höhen und Tiefen eines Daseins als Familienvater. In der Realität hat er die Herausforderungen dieses Alltags längst gemeistert – Einsätze beim Putzen und Kochen inklusive.

Interview: Rüdiger Sturm
Fotos: Christian Kryl

Samuel Finzi

Der 52-Jährige macht sich seit den 1990ern auf deutschen Bühnen einen Namen, seit 2007 auch im Kino. Mit Til Schweiger arbeitete er bei „Kokowääh“ und „Honig im Kopf“ zusammen. Zu seinen Fernseherfolgen zählen die Serie „Flemming“ und der Kieler „Tatort“, in dem er den Rechtsmediziner Dr. Stormann mimte. Derzeit spielt er am Deutschen Theater in Berlin, am Schauspiel Hannover und am Burgtheater Wien. Ab 20. September 2018 ist er im Kinofilm „Klassentreffen 1.0.“ zu sehen. Samuel Finzi lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin.

Sie spielen in der Komödie „Klassentreffen 1.0 – Die unglaubliche Reise der Silberrücken“ eine der Hauptrollen. Der Film handelt unter anderem vom Älterwerden. Gehen Sie mit 52 anders an die Arbeit heran?
Ich bin in einem Alter, in dem es wichtig ist, mit wem man die Zeit verbringt. Mit Til Schweiger und Milan Peschel habe ich früher schon gespielt, beide sind Freunde. Und was gibt es Besseres, als mit Freunden zu arbeiten? Es ist mir zu schade, meine Zeit mit Nervensägen zu verschwenden.

Wie erleben Sie es, wenn Sie nach Dreharbeiten in den Haushalt zurückkehren?

Es ist manchmal gut, etwas zu tun zu haben. Als freischaffender Künstler erlebst du längere Phasen des Nichtstuns, und da musst du dich disziplinieren. Das ist wie ein Ritual. Das hält dich geistig wach und verhindert, dass du auf komische Gedanken kommst.

Haben Sie Lieblingsrituale?
Ich mag es, meine Kinder von der Schule abzuholen. Und ich liebe es, mit ihnen zu frühstücken.

Wie sieht es mit Putzen aus?
Meine Frau und ich machen es selbst, aber wenn die Zeit nicht reicht, heuern wir eine Haushaltshilfe an.

Wenn Sie das teilweise selbst machen, scheinen Sie daran Spaß zu haben.
Manchmal hat es eine meditative Wirkung. Das Gute daran ist, dass du das Resultat deiner Tätigkeit siehst – im Gegensatz zur Schauspielerei übrigens. Das sind so kleine Erfolgserlebnisse, die tun gut. Und das Ergebnis ist eindeutig. Bei meinem Job ist es eine subjektive Sache. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Aber nach dem Putzen ist es sauber oder nicht. Das ist ein schönes Gefühl.

Brauchen Sie Ordnung?
Es ist angenehmer fürs Auge, wenn alles harmonischer aussieht und die Formen der Gegenstände zueinander in Symmetrie liegen. Aber vor allem brauche ich Ordnung im Kopf.

Bevor Sie ein Engagement als Schauspieler hatten, jobbten Sie als Treppenreiniger und Autowäscher …
Ich hatte diese Jobs, um mich über Wasser zu halten. Ich wusste, dieser Zustand würde in ein paar Monaten vorbei sein. Ich habe da auch Porsches gewaschen. Und es gab Kunden, die wegen eines Wasserflecks – nicht wegen eines Kratzers – unglaublich pingelig reagierten. So als wäre ihr Haus abgebrannt. Wie kann ein Mensch wegen eines Wagens so ausflippen?

Gibt es Haushaltstätigkeiten, die Sie gern machen?
Ich koche gerne – keine komplizierten Sachen, ich bin gut für die schnelle Küche, Pastazubereitungen zum Beispiel. Ich improvisiere meistens, aber ich kenne die Geschmacksrichtungen meiner Kinder, und an die halte ich mich. Mein Sohn meint, ich sei der beste Koch der Welt.

Kocht Ihre Frau besser als Sie?
Das finde ich schon. Sie hat mehr Erfahrung und Fantasie. Sie kocht detaillierter, benutzt verschiedene Gewürze und probiert verschiedene Rezepte aus.

Und wenn Sie Auftritte haben, müssen Sie trotzdem den Haushalt machen?
Nun, ich habe heute Abend Vorstellung, aber das hat mich nicht gehindert, den Müll hinauszutragen. Aber ansonsten nehmen wir schon Rücksicht aufei­nander. Wobei ich nicht viel verlange. Ich sage nicht: „Bitte gebt zwei Stunden Ruhe, sonst kann ich mich nicht konzentrieren.“ Ich kann nicht alle zwingen, so zu leben, wie ich lebe.

Was ist der größte Vorteil Ihres Erfolgs?

Dass ich entscheiden kann, was ich mache und was nicht. Einen größeren Luxus kann ich mir nicht vorstellen. Das mag sich auch wieder ändern, aber momentan sieht es so aus. Und umso länger dieser Zustand anhält, desto besser.

Was ist das Angenehmste am Vatersein?
Zu sehen, wie diese Wesen groß werden. Die Zeit mit ihnen, ihnen zuzuhören. Meine Kinder sind in einem Alter, in dem ich mich mit ihnen schön unterhalten kann. Ich lerne ihre Sicht auf die Welt.

Die Erfahrungen mit Kindern prägen ja auch die Protagonisten von „Klassentreffen 1.0“.Haben Sie jemals eine solche Veranstaltung besucht?
Noch nie. Ich wollte, aber ich habe es nie geschafft. Wobei ich es eigentlich nicht bereue. Denn ich möchte keine Bilanz ziehen. Es wäre komisch, festzustellen, dass es einigen im Leben nicht so gut gegangen ist. Da kriegt man fast Schuldgefühle, wenn es bei einem selbst anders gelaufen ist.

Das heißt, Sie schauen nicht zurück?

Ich blicke eher nach vorne. Ich bin keiner, der Schlüsse aus dem Vergangenen zieht.

In der Til-Schweiger-Komödie sind Sie als Familienvater Nils zu sehen, der in einer echten Midlife-Crisis steckt. Finden Sie sich in der Rolle wieder?
Männer ab einem bestimmten Alter erkennen sich in diesem Plot natürlich, deshalb funktioniert er auch so gut. Einerseits sind das Klischees, andererseits steckt darin auch Wahrheit.

Welche Klischees?
Dass Männer in der Midlife-Crisis depressiv werden. Wenn man zwischen 20 und 30 ist, gibt man nicht so schnell auf, aber in einem anderen Alter hat man keine richtige Hoffnung für die Zukunft mehr.

Was tun Sie gegen Ansätze einer Depression?

Ich stehe auf der Bühne. Und die Bühne heilt. Ich renne nicht zum Psychiater, sondern warte ungeduldig auf die nächste Vorstellung, wo ich alles, was mich belastet, rausspielen darf. Das ist dann eine zwei- bis dreistündige Therapiesitzung.

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