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„Was für ein seltsames Tier.“

Familie
Der VR200 Saugroboter hat nicht nur die Stiftung Warentest und viele Kunden überzeugt, sondern ist auch bei Vierbeinern hoch im Kurs. Doch nicht jeder Stubentiger ist auf Anhieb von dem neuen Haushaltshelfer begeistert, oft reagieren die Fellnasen eher ängstlich auf den sich bewegenden VR200. Die Tierpsychologin Brigitte Pürner erklärt, wie doch noch ein friedliches Miteinander zwischen Katzen und Staubsaugerrobotern gelingt.

Interview: Ben Krischke
Fotos: Daniel Gebhart de Koekkoek

Brigitte Pürner, wie nehmen Katzen eigentlich einen Staubsaugerroboter wahr?

Brigitte Pürner: Es gibt Tiere, die neugierig sind und alles spannend finden, was neu in die Wohnung kommt. Für diese Katzen ist es eher ein Spielzeug. Dann gibt es Katzen, die vorsichtig sind und erst nicht einschätzen können, ob der Staubsaugerroboter ein seltsames Tier ist. Und andere sind ängstlich und rennen davon.

Wenn die Katze also eher introvertiert ist, können schneller Probleme entstehen?

Brigitte Pürner: Ich würde das als „vorsichtig“ bezeichnen, was oft an mangelnder Erfahrung mit dem Haushalt liegt – oder daran, dass sie nur schwer mit Veränderungen umgehen können. Bei solchen Tieren kann schon ein neuer Karton zum Problem werden. Und ein Staubsaugerroboter bewegt sich – und das auch noch unvorhersehbar. Die Katze kann ihn schwer einschätzen, was ihn aus ihrer Sicht gefährlich macht.

Wie kann ich meine Katze an den Roboter gewöhnen?

Brigitte Pürner: Mein Tipp: Stellen Sie ihn zunächst ausgeschaltet hin, damit sich die Katze ihn in Ruhe ansehen und sich in ihrem eigenen Tempo annähern kann. Das Tier kann den Roboter beschnüffeln und abschätzen, wie er aussieht, wie er riecht. Gerade Katzen orientieren sich am Geruch. Wenn der erste Eindruck positiv ist, ist schon einiges gewonnen.

Wie verstärke ich einen ersten guten Eindruck?

Brigitte Pürner: Zum Beispiel, indem ich Leckerlis in die Nähe des Roboters werfe, zuerst weiter weg, dann näher ran – und irgendwann lege ich das Leckerli auf den Staubsauger. Oder ich wedle mit der Spielangel um den Roboter herum – und ziehe sie schließlich darüber. Erst wenn die Katze darauf entspannt reagiert, würde ich das Gerät einschalten. Die Katze soll den Staubsaugerroboter so erst einmal als neutralen, ungefährlichen Gegenstand begreifen. Wie lange das dauert, kann von Katze zu Katze unterschiedlich sein.

Woran erkenne ich als Katzenbesitzer, ab wann ich den Roboter einschalten kann?

Brigitte Pürner: Katzenbesitzer kennen meist ihre Katze – und wissen, wann sie entspannt ist: Läuft sie schnell vorbei? Macht sie einen großen Bogen um das Ding? Schleicht sie in der Nähe des Staubsaugerroboters herum – nah am Boden? Oder nähert sie sich ihm aktiv und beschnüffelt ihn? Vielleicht ist es der Katze auch völlig egal, dass dieses seltsame Tier im Raum steht.

Und was empfehlen Sie frischen Katzenbesitzern?

Brigitte Pürner: Ein deutliches Zeichen ist, wenn Katzen in Anwesenheit des Roboters entspannt fressen. Tiere nehmen Nahrung nur dann auf, wenn sie sich nicht in Gefahr wähnen. Wenn sie dabei nicht fauchen und nicht knurren – dann würde ich den Roboter einschalten. Allerdings erst mal auf größere Entfernung. Damit der gute Eindruck nicht gleich wieder zerstört wird.

Brigitte Pürner
Tierpsychologin mit dem Spezialgebiet Katzen aus Sauerlach-Lochhofen. www.die-katzenpsychologin.de

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